Von Gefährdern und Rechtstaatlichkeit

Mit Interesse verfolge ich die Häppchenweise vorgehensweise des Innenministeriums bezüglich der Überwachung des Gefährdungsmediums Internet. War vor einer Weile noch die Online Durchsuchung durch den Bundestrojaner im Gespräch, breiten sich nun die Wirren Phantasien des Innenministers weiter aus, ohne jedoch einmal konkret zu sagen, was er denn nun eigentlich mit seiner Mannschaft wirklich vor hat oder bereits betreibt.

Ganz neu ist beispielsweise die Forderung nach mehr Rechtstaatlichkeit im Internet, um den Nationalstaat vor Bedrohungen durch das Medium zu schützen. Was allerding Rechtstaatlichkeit im Internet ist, wir nirgends erörtert. In diesem Atemzug brennt Schäuble auch gleich darauf, dass Behörden EU-weit vernetzt werden und am besten alle verfügbaren Daten hin und her geschickt werden können. Somit sollte es doch möglich sein, dass der "Normalbürger" eineWarnung vom deutschen Gesundheitsministerium auf das Display seines Handys bekommt, wenn er in spanischen Urlaubsort ein Bier in der Bar bestellt. 

Vor etwa zwei Wochen sprach Schäuble von Gefährdern aus dem Internet, denen er den Computer und das Handy wegnehmen und am besten den virtuellen Fangschuß geben möchte. Wer Gefährder sind und wer festlegt was einen Gefährder ausmacht - das sagt er uns nicht.

Ich bin gespannt, wann denn nun die große Bombe zum platzen kommt und uns durch unsere so arg bedrohte Regierung mitgeteilt wird, was sie denn nun im Bezug auf das Internet wirklich plant.

PS: Über Datenschutz und persönliche Freiheit, die in der westlichen Demokratie immer so hoch gehalten wird, gibt es nur vereinzelte zarte Anfragen gefährlicher und weniger gefährlicher Oppositionsparteien.

 
Andere Blogbeiträge zum selben Thema:
Keine vorhanden

Kommentare (3)

Internet ist schon weg...
...uns Bürgern aus Striessen wurde ja schon der Internetzugang teilweise verweigert.
Nur das es nicht dieser kleine Mann mit dem wahrscheinlich zu geringen Selbstbewusstsein (oder er hat zu Hause nichts zu sagen) war, sondern die Telekom...Wehe dem der da Böses vermutet ;-)



Nur abhören geht auf die Ohren
Ist doch klar, dass die Gewerkschaft der IMS (informellen Mitarbeiter von Schäubele)nun mal langsam fonrdert, dass die Damen und Herren Schützer des Rechtsstaates
(liegt hier eigentlich die Betonung auf rechts?)nicht nur etwas zu hören, sondern auch mal etwas zu sehen bekommen, schon wegen der gleichmäßigen Belastung der Sinnesorgane (zu riechen gab es ja bereits in Heiligendamm etwas). Aber vielleicht ist es schon mit der freiwilligen Selbstverpflichtung getan, die Mail vor dem Absenden genehmigen zu lassen? Das schafft Arbeitsplätze und Sicherheit zugleich!
Und lieber Torsten, wer in Striessen 40 Jahre ohne Westfernsehen ausgekommen ist, wird wohl die nächsten Jahre auch kein Internet brauchen.
Ein handgeschriebener Brief ist doch viel persönlicher und darf jetzt schon durchschnüffelt werden.
Und ich schaue jetzt erst mal im Internet nach, ob es außer Antivir schon ein Antischäu gibt. Sicher ist sicher!


http://langhaerig

Spam wegschnüffeln
Also ich sehe das ganze auch als Chance an!
Denn man kann ja schon erwarten, dass bei der ganzen Schnüffelei wenigstens meine 5500 Spams pro Woche mit weggeschnüffelt werden. "Würde jedes gute Schwein tun!"
Aber mal ehrlich, eine Gefahr für das Internet (und die Nutzer) ist doch nur, wer damit nicht umgehen kann, so wie beim Autofahren. Ist doch klar. Die Herren um Herrn Schäuble sollten sich einfach mehr Zeit für das Internet nehmen, um es kennen zu lernen, um sich zu schulen, um besser Gut von Böse unterscheiden zu können. Angst haben muss doch nur, wer die Wahrheit nicht hören, lesen oder sie gar verbieten will. Die wiederum steht (unter anderem) im Internet. Da steht nämlich, dass uns ("Westliche") nicht "jeder" leiden kann, weil wiederum von einigen von uns ("Westlichen") auf Sitte und Brauch von "jeder" gespuckt wird.
Also ist das Internet der Spiegel unserer Zeit. Viel Spaß bei der Zensur, IMS.










Zurück zur Übersicht