SPAM-Mails vermeiden
Kaum jemand ist gegen unerwünschte Werbung sicher. Obwohl es in Deutschland Gesetze gegen unerwünschte Briefkastenwerbung gibt, gilt diese für das Internet leider nicht. Denn häufig stehen kriminelle Machenschaften hinter den Geschäften mit Spam. Wir geben Ihnen Tipps umd die Problematik Spam zu verstehen, zu sensibilisieren und sich dagegen schützen zu können.
tyclipso.net Whitepaper vom August 2010 verfasst von:
- Denis Bartelt
- Mike Reiche
- Tim Natzschka
Was ist Spam?
Spam sind unerwünschte Werbe-EMails, die massenhaft von vielen Computern aus dem Internet versendet werden. Meisten sind Ihnen die Absender unbekannt. Spam ist nicht zu vergleichen mit Newslettern, die sie regelmäßig von den Anbietern bekommen, deren Dienste Sie in Anspruch nehmen. Wenn Sie eine Werbe-EMail von einem Anbieter erhalten, bei dem Sie angemeldet, registriert oder in sonstigem Geschäftskontakt stehen oder standen, zählt dies nicht als Spam.
Wie reagiere ich bei Spam?
Wenn Sie offensichtlichen Spam erhalten haben, dann antworten Sie weder auf diese EMail, noch nutzen Sie jegliche Inhalte dieser EMail. Löschen Sie diese am Besten sofort oder vermerken Sie diese Nachricht als Spam, wenn Ihnen Ihr EMail-Programm diese Möglichkeit bietet.
Vorsicht: Klicken Sie keinesfalls irgendwelche Verknüpfungen oder Bilder in dieser EMail an. Jede Aktion kann den Spam-Versender als Zeichen dienen, dass Sie auf die Werbung aufmerksam geworden sind und wird ihnen ggf. noch mehr Spam zusenden. Sie sollten auch auf alle Geschäfte, die in dieser EMail beworben werden, ebenfalls nicht reagieren. Denn Spam funktioniert nur, weil das Geschäft dahinter offenbar profitabel ist.
Sollten Sie keinen Spam aber zu viele Werbe-EMails in Form von Newslettern erhalten, bestellen Sie diese wieder ab. Die Anbieter sind dazu verpflichtet, Ihnen diesen Hinweis in jeder EMail mit zu schicken. Folgen Sie daher den Anweisungen, die sie am Ende jeder EMail finden, um diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr zu erhalten. Seriöse Anbieter bieten Ihnen diese Möglichkeit auf bequeme Art und Weise an, in dem Sie lediglich eine Verknüpfung öffnen und Ihre Austragung bestätigen müssen.
Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Manche Spam-EMail tarnt sich als Newsletter, der Ihnen ebenfalls die Möglichkeit zum Austragen anbietet, sie stattdessen aber in die Liste bekannter Adressen aufnimmt.
Wie kommen Spam-Versender an meine Adresse?
Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Die wahrscheinlichste ist, dass Sie irgendwann einmal Ihre EMail-Adresse öffentlich niedergeschrieben haben. Dies kann in einem Forum, Blog, Micro-Blogging-Dienst oder der eigenen Webseite passiert sein. Viele Anbieter verhindern dies, in dem Sie die EMail-Adresse für die Öffentlichkeit verbergen oder in Bilder verschlüsseln. Dennoch sollten Sie niemals Ihre EMail-Adresse in Klartext für jeden sichtbar niederschreiben! Spam-Versender durchsuchen das Internet nach Mustern, die einer EMail-Adresse entsprechen und nehmen diese in ein globales Spam-Adressbuch auf. Im Internet gibt es eine Reihe von Tipps, wie Sie Ihre EMail-Adresse verschlüsseln können.
Die zweite Ursache kann sein, dass der Computer eines Anwenders, der Ihre Kontaktdaten (EMail-Adresse) in seinem Adressbuch hinterlegt hat, mit einer Schadsoftware infiziert wurden ist. Die Schadsoftware sucht gezielt nach Datenbeständen, die EMail-Adressen ähneln und tauscht sie im Internet mit anderen Spam-Versendern aus. In diesem Fall können Sie kaum etwas tun, außer sich selbst effizient gegen Schadsoftware zu schützen.
Des Weiteren nutzen Spam-Versender das Zufallsprinzip, in dem Sie verschiedene Namen und Domain-Kombinationen ausprobieren und in Massen verschicken. Per Zufall entsteht dabei genau Ihr Name als Empfänger und Sie bekommen die unerwünschte Nachricht zugestellt.
Wie wird Spam technisch verhindert?
Spam ist ein globales, ökonomisches und technisches Problem. Weltweit versenden die Server mehr Spam-EMails als reguläre, der Anteil beträgt dabei deutlich mehr als zwei Drittel. Die zusätzliche Energie, die dafür benötigt wird Spam zu erkennen und zu versenden, entspricht der einer Stadt mit Millionen von Einwohnern. Das liegt zum Einen an der Quantität der Spam-EMails. Zum Anderen ist der Rechenaufwand, eine Spam-EMail zu erkennen, relativ hoch. Denn jede Spam-EMail muss auf ihren Inhalt her überprüft werden. Für jedes Prüfkriterium gibt es entsprechend Punkte. Erreichen diese Punkte in der Summe einen gewissen Schwellenwert, gilt diese EMail als Spam und wird vom System markiert und gesondert behandelt bzw. gelöscht.
Solche Prüfkriterien können sein:
- Geografische Position des Absenders: Besonders Länder wie Russland, USA und China gelten als Spam-Versender.
- IP-Adresse des Absenders: Befindet sich der Absender auf eine schwarzen Liste?
- Format der EMail: HTML-EMails oder EMails mit nur einem Bild sind häufiger Spam als reine Text-EMails.
- Inhalt der EMail: Enthält die EMail gewisse Schlüsselwörter wie "Viagra" oder "Enlarge", oder sind Verknüpfungen zu einschlägigen Internetadressen enthalten, ist die EMail mit Sicherheit Spam. Sie sollten also selbst die Benutzung vieler solcher Schlüsselwörter in einer EMail vermeiden.
Diese Kriterien werden regelmäßig von gemeinnützigen Organisationen aktualisiert und erweitert. Doch nicht alle diese Regelungen sind in der Lage, Spam zu 100% zu vermeiden. Dazu ist die Vielfalt der Möglichkeiten zu hoch. Sie können einen Spam-Filter jedoch darauf trainieren, sich Ihrem EMail-Verkehr anzupassen (siehe rechts).
Verwendung des Spamfilters
tyclipso.net bietet Ihnen auf bestimmten Servern die Möglichkeit, Ihren Spamfilter individuell zu konfigurieren, wenn Sie Zugang zum Verwaltungsprogramm "Plesk" besitzen. In diesem Artikel soll Ihnen erklärt werden, wie Sie Ihren Spamfilter nutzen und den eigenen Bedürfnissen anpassen können.
- Melden Sie sich am Plesk an.
- Wählen Sie die Domain aus der Liste, für welche Sie einen Spamfilter anpassen möchten.
- Wählen Sie die Option "EMails Accounts", eine Liste aller EMail-Adresse dieser Domain erscheint.
- Klicken Sie auf die EMail-Adresse, um in den erweiterten Einstellungsdialog zu gelangen.
- In diesem sollten Sie den Menüpunkt "Spamfilter" sehen und auswählen können.
- Ist dieser nicht zu sehen oder ausgegraut, dann besitzen Sie nicht die Berechtigungen, die Spamfilter zu verwalten. Wenden Sie sich in diesem Fall an uns, wir werden Ihnen die Berechtigung zuteilen.
- Im nächsten Fenster sehen Sie Einstellungen verteilt auf vier Registerkarten.
Einstellungen
Hier können Sie den individuellen Spamfilter aktivieren und die Schwellwertsgrenze für Spam variieren. Der Standardwert lautet dabei 7. Wenn Sie wissen möchten, wie sich die Punkte auf die einzelnen Prüfkriterien verteilen, so schauen Sie in die als ****SPAM**** markierte EMail in Ihrem Postfach nach. Sie enthält eine ausführliche Erklärung darüber, wie und warum die EMail als Spam deklariert wurden ist. Außerdem haben Sie hier die Möglichkeit, Spam-EMails sofort zu löschen. Seien Sie jedoch in Kombination mit der Schwellwertgrenze vorsichtig mit dieser Einstellung, damit keine erwünschten EMails ungelesen gelöscht werden, denn sie sind nicht wiederherstellbar.
Blacklist
Erstellen Sie sich ein persönliche schwarze Liste von Absendern, von welchen Sie auf gar keinen Fall EMails erhalten möchten. Die Verwendung dieser Liste eignet sich nur bei real-existierenden Adressen oder bei Spam, welcher immer von der gleichen Adresse verschickt wird.
Whiteliste
Die weiße Liste enthält Adressen von Absendern, von welchen Sie immer EMails empfangen wollen, egal was sie beinhalten.
Training
In diesem Fenster lehren Sie dem Spamfilter, welche EMails er in Zukunft auszufiltern hat. Dies funktioniert nur mit EMails die sich im Postfach auf dem Server befinden und noch nicht von ihnen abgeholt wurden. Wählen Sie die EMails aus der Liste aus und markieren Sie diese als Spam oder erwünschte EMail. Der Spamfilter wird nun versuchen, ähnliche Nachrichten gleichwertig zu behandeln. Sollten Sie Ihren Spamfilter nicht ordnungsgemäß oder zu streng trainiert haben, können Sie auch die Filter-Datenbank leeren und zurücksetzen, in dem Sie die entsprechende Schaltfläche nutzen.
Link-Tipps:
Spam-Anteil steigt auf etwa 90 Prozent: http://www.teltarif.de/arch/2006/kw52/s24349.html
Spam-Mails fressen so viel Strom wie Millionenstädte: http://computer.t-online.de/spam-mails-weltweit-verursachen-stromverbrauch-einer-millionenstadt/id_18455704/index